Die Fanmeile und das Public Viewing
Posted by admin - 06/06/08 at 02:06:27 amDas Konzept zum Fan Fest der Fußball WM 2006 wurde zusammen von der FIFA, als WM-Organisator und den 12 WM-Städten entwickelt. So fand in jeder WM-Austragungsstadt im Rahmen der Fan Feste eine öffentliche Übertragung der Spiele auf Großbildleinwänden statt. Von der FIFA wurde in jeder Stadt eine Großleinwand samt Technik und die Übertragung der Fernsehbilder gesponsert. Mit Hilfe von offiziellen Sponsoren wollte die FIFA jedoch nicht mehr als 700.000 Euro pro Stadt ausgeben. Neben den offiziellen Übertragungsplätzen waren in jeder Austragungsstadt noch mehrere Großbildleinwände aufgebaut, die das Spiel ebenfalls übertragen haben. Auch in kleineren Städten, die keinen direkten Bezug zu den Spielen hatten wurden Leinwände zur öffentlichen Übertragung aufgestellt. Mit dem Public Viewing sollte eine neue Art der Anteilnahme an identitätsstiftenden Ereignissen, meist zu Großereignissen im Sport, geschaffen werden. Diese Art des „hautnahen“ Mitverfolgen ist fast identisch mit der Atmosphäre, welche die Zuschauer im Stadion erleben. Der Anreiz liegt bei den simultan gemeinschaftlich Entstehenden Emotionen, zum Beispiel die Freude über Sieg oder die Trauer über die Niederlage der favorisierten Mannschaft.
Der Begriff Fanmeile wurde im allgemeinen Sprachgebrauch durch die WM 2006 geprägt. Ursprünglich sollte die Fanmeile nur in Berlin stattfinden, für angereiste Fans die keine Stadionkarten erhalten hatten und dort das Spiel verfolgen konnten. Im Rahmen der FIFA Fan Feste und dem Public Viewing wurde der Begriff Fanmeile auch auf die anderen 11 Austragungsorte übertragen. Auf dieser Fanmeile trafen sich Fans aus aller Welt und feierten oder trauerten gemeinsam. Für diese kurze Zeit wurden alle Unterschiede unter den Nationalitäten vergessen. Die Gesellschaft für deutsche Sprache würdigte den prägenden Charakter der WM 2006 damit, dass der Begriff Fanmeile zum Wort des Jahres 2006 gekürt wurde.
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